Neue Sanktionen der USA gegen Kuba beeinträchtigen die Industrie der Kreuzschifffahrt

10 Juni 2019 1:20pm
Schreiben Caribbean News Digital
Industrie-der-Kreuzschifffahrt

Fast 800.000 Reservierungen auf Kreuzfahrtschiffen wurden durch die Entscheidung der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika in Mitleidenschaft gezogen, als diese „ohne Vorwarnung“ die Reisen nach Kuba untersagte, informierte vergangenen Mittwoch der Internationale Kreuzfahrerverband CLIA.

CLIA hat über die Auswirkungen der Maßnahme informiert, die vergangenen Mittwoch in Kraft trat, und hob hervor, dass davon Reisen betroffen sind, die vorher von der US-Regierung „genehmigt“ worden waren.

Laut Befragung von Quellen durch Hosteltur sind die großen Reedereien im Moment dabei, die Situation einzuschätzen, um in Kürze eine konkrete Antwort an die betroffenen Personen zu übermitteln, was mit ihren Reservierungen passieren wird, und ebenso an die Partner in der Industrie.

Mit der Inkraftsetzung des Abschnitts III des Helms-Burton-Gesetzes war es Trump nicht gelungen, die Kreuzfahrtschiffe zu erreichen, weshalb er entschieden hat, sie frontal anzugreifen.

Diese kürzlich getroffene Maßnahme verbietet den Bürgern der USA, auf Kreuzfahrtschiffen nach Kuba zu reisen, erläuterte das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika in einer Mitteilung letzten Dienstag.

"Die USA erlauben keine Besuche in Kuba auf Passagier- und Urlauberschiffen, einschließlich Kreuzfahrtschiffe und Yachten, ebenso wenig mit Privat- und Firmenflugzeugen“, lautete die Verordnung.

Trotz der neuen Restriktionen können Linienflüge zwischen den USA und Kuba verkehren. An dieser Stelle sollte daran erinnert werden, dass heute die großen Kreuzfahrtunternehmen mit Niederlassungen in den USA wie Carnival Corporation, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line Fahrtrouten mit Aufenthalten in Kuba geplant hatten und diese über ihre verschiedenen Linien nach und nach auf der Insel immer stärker ausgebaut haben.

"Ohne Vorwarnung sehen sich Mitglieder des CLIA-Verbandes gezwungen, alle Kreuzfahrten nach Kuba mit sofortiger Wirkung zu stornieren“, wird von CLIA bestätigt. Der Verband verweist darauf, dass ca. 800.000 Reservierungen für geplante oder schon angetreten Reisen von der am Dienstag verkündeten Entscheidung betroffen sind.

"Alle diese Reservierungen erfolgten auf der Grundlage einer von der US-Regierung unter der Präsidentschaft von Barack Obama erteilten generellen Genehmigung, die die so genannten Reisen nach Kuba im direkten persönlichen Kontakt (people to people) erlaubten,“ erklärte  CLIA.

Das erste Kreuzfahrtschiff, das Kuba aus den USA kommend, nach über fünfzig Jahren anlaufen durfte, war die Adonia von Fathom, einer Filiale von Carnival, die am 1. Mai 2016 aus Miami mit Kurs auf Havanna in See stach.

Unter den neuen Vorschriften ist das Reisen nach Kuba auf einem Kreuzfahrtschiff “illegal”, sagt CLIA und versichert, dass der Verband keine Kontrolle über die seit dem Verbot entstandene Situation hat.

Die großen Kreuzfahrtunternehmen, die am Dienstag entschieden, zunächst die Reichweite dieser Maßnahmen zu bewerten, haben heute ihren Kunden mitgeteilt, dass sie keine Schiffe nach Kuba fahren lassen können und Alternativen an Stelle dieses Reiseziels suchen werden.

Wie diese Tageszeitung erfahren konnte, hat die Norwegian Cruise Line eine kurze Mitteilung herausgegeben, in der sie bekannt gab, dass sie “die Entwicklung der kürzlich eingetretenen Ereignisse und die Auswirkung auf die Kreuzfahrtschiffe nach Kuba aus der Nähe verfolgt. Wir teilen unseren Kunden und Partnern in der Branche zusätzliche Informationen mit, sobald wir darüber verfügen."

Quellen der Reederei NCL haben Hosteltur wissen lassen, dass sie eine detaillierte Mitteilung über den weiteren Betrieb vorbereiten.

Carnival Corporation gab eine Mitteilung heraus, in der bestätigt wird, dass die Schiffe der Carnival Cruise Line und der Holland America Line keine Erlaubnis mehr haben, Häfen in Kuba anzulaufen, das Gleiche betrifft Seabourn, eine weitere ihrer Firmen, die im November dieses Jahres mit Reisen auf die Karibikinsel beginnen wollte.

Was mit dem Helms-Burton-Gesetz nicht zu verbieten war

Genau in dieser Woche bat Carnival die US-Regierung, eine Klage betreffend Kuba abzuweisen. Die Carnival Corporation hat das Bundesgericht des Staates Florida, wo die Reederei ihren Sitz hat, gebeten, eine Klage gegen sie unter Berufung auf den Abschnitt II des Helms-Burton-Gesetzes abzuweisen, angestrengt durch die Regierung von Donald Trump seit dem 1. Mai. Die Kreuzschifffahrt war von diesen Gesetz ausgeschlossen, wie CLIA Anfang Mai betonte, und verwies darauf, dass “sich unsere Mitglieder des Verbandes der Kreuzfahrtindustrie verpflichtet haben und verpflichtet sind, Reisen nach Kuba im Rahmen der durch die Bundesregierung der Vereinigten Staaten von Amerika ausdrücklich genehmigten Vorschriften zu unternehmen."

Die Kompagnie Virgin Voyages, die sich darauf vorbereitete, Kreuzfahrtschiffe von Miami nach Kuba zu entsenden, hat gegenüber dem Sender EFE ebenfalls zu dieser Situation Stellung genommen, die durch die Entscheidung der Regierung Trump hervorgerufen wurde. "Wir sind über diese Entscheidung enttäuscht", lautet eine Erklärung der Kompagnie des britischen Magnaten Richard Branson.

Virgin Travel konsultiert CLIA und die entsprechenden Behörden um zu bewerten, wie sich diese Änderungen auf die Reiserouten auswirken, die Kuba anliefen.

Quelle: Hosteltur.com

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